Lesen Sie hier die neuesten medizinischen Berichte und Publikationen aus Forschung und Wissenschaft, die ich für Sie aus renommierten "Ärztezeitungen" und "Naturheilkundlichen Journalen" herausgefischt habe. Vieles ist dabei, was in meiner Praxis sofort an Ratschlägen weitergegeben bzw. direkt umgesetzt wird.
Quelle: Uni Bonn,
25.02.2010
Brustkrebs: MRT schlägt Mammographie
Müssen die Früherkennungs-Leitlinien für
Brustkrebs überdacht werden? Eine Studie legt den Schluss für Frauen
mit erhöhtem Risiko nahe. Demnach übertrifft die MRT sowohl Mammographie
als auch Ultraschall, was die Zahl korrekt erkannter Tumoren
anbelangt.
Die Studie mit knapp
700 Teilnehmerinnen stellt zudem die Kombination dieser diagnostischen
Verfahren in Frage: Es scheint demnach auszureichen, Risiko-Patientinnen
einmal jährlich mittels MRT zu untersuchen. Die Forscher konnten keinen
signifikanten Mehrwert einer zusätzlichen Mammographie-
oder Ultraschall-Untersuchung
nachweisen. Die Resultate erscheinen nun im Journal of Clinical
Oncology.
An der Studie hatten zwischen 2002 und Mitte 2007
insgesamt 687 Frauen teilgenommen, die ein erhöhtes Brustkrebs-Risiko
trugen. Sie wurden jährlich mittels MRT, Mammographie und Ultraschall
untersucht. Bei 27 von ihnen fanden die Mediziner in diesem Zeitraum
Brustkrebs oder Brustkrebs-Vorstufen ("DCIS", Ductales Carcinoma In
Situ).
MRT: Höchste Trefferquote
Die MRT hatte bei weitem die höchste
Trefferquote: 25 der gefundenen Tumoren waren in der MRT sichtbar - das
ist ein Anteil von 93 Prozent. Der Ultraschall kam nur auf 37 Prozent,
die Mammographie gar lediglich auf 33 Prozent. Diese Ergebnisse belegen
erneut eindrucksvoll, dass bei Frauen mit erhöhtem Brustkrebs-Risiko
eine wirkliche Früherkennung allein mit der MRT möglich ist. Allerdings
empfehlen die bis heute geltenden Früherkennungs-Leitlinien, dass die
MRT ausschließlich zusätzlich zu Mammographie und
Sonographie eingesetzt wird. Speziell die Mammographie galt bislang
als unverzichtbar Mit der EVA-Studie wurde dieses Konzept erstmals
hinterfragt. Die Ergebnisse zeigen: Wird eine MRT zur Früherkennung
durchgeführt, so ist durch eine Mammographie und/oder eine Sonographie
die Entdeckungsrate von Brustkrebs oder Brustkrebs-Vorstufen nicht zu
verbessern. Eine Brust-MRT ist demnach gleichsam notwendig und
hinreichend für die Früherkennung. "Wird eine MRT durchgeführt, so ist
eine Mammographie oder eine Sonographie unnötig", folgern die
Wissenschaftler
Die Teilnehmerinnen der EVA-Studie trugen ein
erhöhtes Brustkrebs-Risiko, weil in ihren Familien Brustkrebsfälle
aufgetreten waren. "Es handelte sich aber bei weitem nicht immer um eine
sogenannte "Hochrisiko-Situation", also um Frauen, bei denen z.B. eine
Genmutation (BRCA-Mutation) vorliegt oder sehr viele Familienmitglieder
erkrankt sind", betont die Studienleiterin, Prof. Dr. Christiane Kuhl
von der Radiologischen Universitätsklinik der Universität Bonn.
"Vielmehr haben wir auch solche Frauen in die EVA-Studie aufgenommen,
deren Risiko nur vergleichsweise leicht erhöht war." Die Wissenschaftler
schließen daraus, daß zukünftig auch Frauen mit nur mäßig erhöhtem
Risiko eine MRT zur Früherkennung angeboten werden sollte.
Geltende Leitlinien
fragwürdig
Die aktuellen Leitlinien
empfehlen die MRT nur für Frauen in Hochrisiko-Situation - und immer nur
zusätzlich zu Mammographie und Sonographie. Somit werden diese Frauen
derzeit einer jährlichen MRT, einer jährlichen Mammographie und einer
halbjährlichen Sonographie unterzogen - und dies schon ab dem 30. oder
sogar dem 25. Lebensjahr. "Derartige Empfehlungen sind im Licht unserer
neueren Erkenntnisse nicht mehr haltbar", meint Kuhl. Eine Mammographie
ist - im Gegensatz zur MRT - eine Röntgenuntersuchung, die mit einer
Strahlenbelastung einhergeht. Im Normalfall ist die resultierende
Strahlendosis auch bei regelmäßiger Mammographie unbedenklich. "Der
Normalfall ist aber, dass eine Frau erst ab dem 50. Lebensjahr - und
dann auch nur alle zwei Jahre - eine Mammographie erhält." Die
strahlenbiologischen Folgen der aktuellen Leitlinie für Frauen in
Hochrisiko-Situation sind dagegen unabsehbar. Problematisch ist dabei
nicht nur die höhere Zahl von Mammographien und die damit einhergehende
höhere Gesamtdosis ionisierender Strahlung, sondern speziell auch der
frühere Beginn der mammographischen Früherkennung. Denn: "Das
Brustdrüsengewebe junger Frauen ist sehr viel strahlenempfindlicher -
das gilt zudem vermutlich in besonderem Maße gerade für Frauen mit BRCA-Mutation",
so Kuhl. Gerade bei jungen Frauen war damit das
Nutzen/Risiko-Verhältnis einer Mammographie immer schon fraglich.
"Unseren aktuelle Ergebnisse zeigen aber: Wird eine MRT gemacht, so ist
der Nutzen der Mammographie bei diesen Frauen gleich null. Damit kann -
und sollte! - die Mammographie bei diesen jungen Frauen unterbleiben".
Auch
der halbjährliche Ultraschall ist vermutlich unnötig - kein einziges
Karzinom wurde durch die Sonographie zusätzlich entdeckt. "Zumindest
verursacht die Sonographie keine Strahlenbelastung", stellt Kuhl fest,
"allerdings führt sie zu vielen sogenannten falsch-positiven Diagnosen -
also zu Fehlalarmen - und ist offenbar schlicht unnötig."
Den Kinderschuhen
entwachsen
Die
vier beteiligten Zentren aus Deutschland berichten sämtlich über ähnlich
gute Ergebnisse mit der MRT. Dabei hilft sicherlich, dass in den
vergangenen Jahren ein Kriterienkatalog erarbeitet wurde, nach dem
MRT-Aufnahmen zu bewerten sind. "Was uns besonders freut", so Kuhl,
"ist, dass die EVA-Studie belegt, dass die Brust-MRT endlich den
Kinderschuhen entwachsen ist". Das zeigte sich daran, daß an allen
Standorten der sogenannte "Positive Vorhersagewert" der MRT höher war
als der der Mammographie oder der Sonographie. Konkret bedeutet dies:
Falsch positive Befunde, also "Fehlalarme", werden durch die MRT nicht -
wie früher unterstellt - besonders häufig ausgelöst - sondern sogar
besonders selten.
Walnüsse wirken nicht nur Herzproblemen
entgegen, sie können offensichtlich auch Prostatakrebs bremsen. Eine
Tierstudie zeigt, dass Prostatatumore langsamer wachsen und wesentlich
kleiner bleiben, wenn die Nager reichlich Walnüsse zu knabbern bekommen.
Das vielversprechende Ergebnis wurde am Montag
auf der Jahrestagung des Amerikanischen Chemikerverbandes (ACS) in San
Francisco vorgestellt. Dass Walnüsse das «schlechte» CholesterinLDL senken und damit Herz- und Kreislauferkrankungen
vorbeugen können, ist schon länger bekannt. Vor kurzem hatte ein Team
um Paul Davis an der Universität von Kalifornien in Davis weiterhin
nachgewiesen, dass Walnüsse auch Entzündungen
an den Blutgefäßwänden abbauen können.
Jetzt fütterte das
gleiche Team Versuchstiere mit der genetischen Anlage für Prostatakrebs
zwei Monate lang täglich mit 14 entschalten Walnüssen. Kontrolltiere
bekamen derweil Sojabohnen-Öl zusätzlich zu ihrer normalen Ernährung
vorgesetzt. Am Ende der Untersuchung waren die Prostatageschwüre bei den
walnussgefütterten Mäusen im Schnitt 50 Prozent kleiner und
entwickelten sich nur ein Drittel so schnell wie die Tumoren
der Kontrolltiere.
«Einem
Nahrungsfahrplan, der die Gesundheit der Prostata mit im Auge hat,
sollten Walnüsse angehören», sagte Davis dazu. Diese Nüsse «sollten Teil
jeder ausgewogenen Ernährung mit viel Obst und Gemüse sein», ergänzte
er.
Der Prostataschutz von Walnüssen könnte in ihrer Fähigkeit
liegen, einen als insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1 (IGF-1) bekannten
Eiweißstoff abzubauen. Hohe Anteile dieses Proteins im Blut gelten
als Fingerzeig auf ein erhöhtes Prostatakrebsrisiko. Um die Wirkung der
Nüsse zu sehen, bedienten sich die US-Forscher einer neuen
Gen-Chip-Technologie, mit der sie genetische Veränderungen im Tumor und
in der Leber der Tiere beobachten konnten. Dabei fanden sie, dass
Walnüsse sowohl im Tumor als auch in der Leber positiv auf jene Gene
einwirken, die das Wachstum von Krebs mit
kontrollieren.
Sehnsucht nach Stille (Berliner Zeitung, 13.4.2010, Textarchiv)
Bislang mussten Patienten mit Tinnitus lernen, das Geräusch im
Ohr zu ertragen. Nun ist Linderung in Sicht
Anke Brodmerkel
Er ist klein wie eine Streichholzschachtel und hat eine große
Aufgabe: Der Neurostimulator soll Patienten mit einem chronischen
Tinnitus von ihren Qualen befreien. Seit Ende Februar ist das Gerät, das
ein Team um Peter Tass vom Forschungszentrum Jülich entwickelt hat, für
den europäischen Markt zugelassen.
Millionen von Menschen dürften
allein in Deutschland sehnsüchtig auf eine Therapie warten, die das
Pfeifen, Klingeln, Rauschen oder Summen in ihrem Kopf endlich abstellt.
Laut Informationen der Deutschen Tinnitus-Liga leiden etwa vier Prozent
aller Erwachsenen an den Geräuschen, die sie seit mindestens drei
Monaten unentwegt begleiten, ihnen tagsüber das Leben schwer machen und
nachts den Schlaf rauben.
Die derzeitigen Therapien gegen einen
chronischen Tinnitus, meist unter dem Begriff Retraining
zusammengefasst, zielen vor allem darauf ab, dass der Patient lernt, mit
dem Ton im Ohr zu leben, seine Aufmerksamkeit anderen Dingen zuzuwenden
und trotz des Geräuschs entspannen zu können.
Wirkung im Gehirn
Neuere
Verfahren aber haben sich zum Ziel gesetzt, die lästigen Geräusche
tatsächlich, zumindest ein Stück weit, verstummen zu lassen. Hierzu
zählen die Transkranielle Magnetstimulation sowie eine spezielle Form
der Musiktherapie und die akustische CR-Neuromodulation aus Jülich. CR
steht für Coordinated Reset (Koordiniertes Zurücksetzen).
Alle
drei Methoden werden bereits an Patienten erprobt, gelten aber noch
nicht als etablierte Therapien und werden von den Krankenkassen nicht in
jedem Fall bezahlt. Auch Medikamente gegen den Tinnitus werden zurzeit
in klinischen Studien getestet.
Eines ist sämtlichen modernen
Ansätzen gemeinsam: Sie erzielen ihre Wirkung im Gehirn, und zwar in
bestimmten Arealen der Hörrinde, wo die Nervenzellen nicht mehr gezielt
und nacheinander, sondern alle gleichzeitig ihre Signale abfeuern.Die
CR-Neuromodulation soll die synchrone Überaktivität der Nervenzellen
durch gezielte akustische Signale stören, die speziell auf den
jeweiligen Tinnitus abgestimmt sind.
Dazu muss der Patient an
einer Art Tonmischpult zunächst die genaue Tonhöhe und Lautstärke seiner
Ohrgeräusche nachbilden. Sie werden von einem Programmiergerät erfasst,
das dann anhand eines von Peter Tass entwickelten komplexen Algorithmus
eine individuelle Tonfolge für die Stimulation berechnet.
Dem
Patienten wird die Tonfolge in einer gerade noch hörbaren Lautstärke auf
seinen Stimulator überspielt. Das Gerät sollte mehrere Monate täglich
einige Stunden lang getragen werden.
"Das Besondere an der
CR-Neuromodulation ist, dass sie den Rhythmus verändert, in dem die
überaktiven Nervenzellen feuern, und dass sich dadurch die
fehlgeleiteten Nervennetzwerke im Gehirn wieder umbauen", sagt Tass.
Diesem Umbau sei es zu verdanken, dass sich mit dem Verfahren eine
dauerhafte Linderung des Tinnitus erzielen lasse.
Um das zu
beweisen, hat Tass eine Studie initiiert, an der zurzeit 63 Patienten
mit einem chronischen, tonalen Tinnitus teilnehmen. Die Probanden hören
seit mindestens sechs Monaten, die meisten seit vielen Jahren, einen Ton
im Ohr.
Tass und seine Kollegen haben sie in fünf Gruppen
eingeteilt. In Gruppe eins bis vier werden die Patienten drei Monate
lang mit unterschiedlicher Stimulusanzahl und -dauer behandelt. Gruppe
fünf bekommt eine Scheintherapie. Im Anschluss daran erhalten alle
Probanden zunächst eine einmonatige Behandlungspause und danach eine
sechsmonatige Therapie mit der effektivsten Form der Stimulation.
"Nach
den ersten drei Monaten hat sich gezeigt, dass die Gruppe eins, in der
zehn Patienten täglich vier bis sechs Stunden mit je vier Tönen
stimuliert wurden, die besten Ergebnisse erzielte", sagt Tass. Die
Lautstärke der Ohrgeräusche und die empfundene Belästigung habe um 40
beziehungsweise 33 Prozent abgenommen. In der Placebogruppe seien es nur
neun und acht Prozent gewesen. Bei einigen Patienten sei der Tinnitus
sogar komplett verschwunden.
Auch bei der Musiktherapie, die
Christo Pantev vom Institut für Biomagnetismus und Biosignalanalyse der
Universität Münster entwickelt hat, sollen sich die fehlgesteuerten
Nervenzellen durch akustische Reize neu organisieren. Pantev und seine
Kollegen haben dazu aus den bevorzugten Musikstücken ihrer Patienten die
Frequenzen des jeweiligen Tinnitus herausgefiltert. Ein Jahr lang
sollen die Patienten diese Musik täglich etwa zwei Stunden lang hören.
Eine
Studie mit 16 Probanden, die im Januar in der Fachzeitschrift
Proceedings of the National Academy of Sciences (Pnas) veröffentlicht
wurde, zeigt, dass diese ungewöhnliche Form der Therapie tatsächlich
funktionieren kann. Bei den acht behandelten Patienten nahmen sowohl die
Lautstärke des Ohrgeräuschs als auch die Aktivität der fehlgesteuerten
Nervenzellen ab, während bei den acht Patienten der Placebogruppe
vergleichbare Veränderungen nicht zu registrieren waren.
Die
Transkranielle Magnetstimulation (TMS) soll die krankhafte Überaktivität
der Nervenzellen nicht mit akustischen Reizen, sondern mit Hilfe
starker Magnetfelder stören. Bei dieser Methode wird zunächst mit
bildgebenden Verfahren der Bereich der Hörrinde mit der stärksten
Aktivität ermittelt. Anschließend wird dieses Areal über zehn Tage
hinweg täglich eine gute halbe Stunde lang mit etwa zweitausend
magnetischen Impulsen stimuliert.
Medikament wird erprobt
Knapp
fünfhundert Tinnitus-Patienten wurden in Deutschland bislang per TMS
behandelt. Mit unterschiedlichen Ergebnissen: "Etwa jeder zweite stellt
fest, dass sein Tinnitus leiser und sein Befinden besser wird", sagt
Tobias Kleinjung von der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde am
Tinnituszentrum Regensburg. "Bei einigen hielten die Effekte wenige
Wochen an, bei anderen mehrere Monate."
Kleinjung hofft, das
Verfahren künftig noch zu verbessern. "Wir erproben zurzeit verschiedene
Frequenzen und behandeln unterschiedliche Regionen des Gehirns", sagt
er. Zum Beispiel könne es sinnvoll sein, auch frontale Hirnareale, also
solche hinter der Stirn, per Elektromagnet zu stimulieren. Dort werde
der Tinnitus mit negativen Emotionen verknüpft.Auch ein erstes
Medikament gegen die Ohrgeräusche könnte schon bald erhältlich sein. Bis
Mitte des Jahres sollen die Ergebnisse von drei Studien vorliegen, in
denen der Wirkstoff Neramexane des Frankfurter Pharmaunternehmens Merz
an insgesamt etwa 1200 Patienten getestet wird. Neramexane blockiert in
den Nervenzellen zwei Rezeptoren, die für die Weiterleitung von Signalen
notwendig sind. Bereits abgeschlossene Studien mit einigen hundert
Patienten deuten daraufhin, dass der Wirkstoff den Tinnitus lindern
kann.
"Ob eine einzige Therapie die Ohrgeräusche für immer
abstellen wird, ist allerdings unwahrscheinlich", gibt Berthold Langguth
von der Regensburger Universitätsklinik für Psychiatrie und
Psychotherapie zu bedenken, der zusammen mit Kleinjung das dortige
Tinnituszentrum leitet. Vermutlich werde man die besten Effekte auf
lange Sicht nur mit einer Kombination verschiedener Ansätze erzielen:
"Ganz so leicht wird sich die Sehnsucht nach Stille vermutlich auch in
Zukunft nicht erfüllen."Pnas, Bd. 107, S. 1207
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Fehlalarm
im Gehirn
Ohrgeräusche sind ein häufiges Phänomen. Fast jeder
vierte Deutsche hat schon einmal ein Pfeifen, Klingeln, Rauschen oder
Summen gehört, das für andere nicht wahrnehmbar war. Meist dauert der
Sinneseindruck nur wenige Sekunden oder Minuten an und verschwindet von
alleine wieder.
Sind die Geräusche auch am nächsten Tag noch zu
hören, sollte ein HNO-Arzt aufgesucht werden. Denn ein akuter Tinnitus
lässt sich meist gut behandeln, etwa mit durchblutungsfördernden und
entzündungslindernden Medikamenten.
Dauert der Tinnitus bereits
mehrere Monate an, ist eine Heilung mit den gängigen Therapien derzeit
noch nicht möglich.
Die Ursachen für einen Tinnitus sind
vielfältig. Fast immer ist der Auslöser jedoch eine Hörbeeinträchtigung,
zum Beispiel infolge einer Mittelohrentzündung, eines Lärmtraumas oder
eines Hörsturzes. Stress kann den Tinnitus verstärken, aber alleine
vermutlich nicht hervorrufen.
In der Regel entsteht das störende
Geräusch nicht in den Ohren, sondern im Gehirn. Dieses reagiert offenbar
auf Hörschäden, indem sich die Nervenzellen neu verknüpfen, um den
Schaden zu kompensieren.
Zuweilen übernimmt sich das Gehirn dabei.
Es erzeugt dann Phantomtöne auf genau
den Frequenzen, die der
Patient selbst nicht mehr oder nur schlecht hören kann -ähnlich wie bei
Phantomschmerzen, die manche Patienten in einem amputierten Gliedmaß
verspüren.
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Solarien
erhöhen Hautkrebsrisiko um bis zu 75 %
auch wenn Solarien seit einiger Zeit für
Minderjährige verboten sind, noch immer wird die Gefahr, die von ihnen ausgeht,
von vielen Menschen auf die leichte Schulter genommen. Jetzt aber gibt es
eindeutige Beweise dafür, dass die künstliche Sonne das Krebsrisiko deutlich
erhöht.
Amerikanische Forscher haben die Daten von
über 1.000 Patienten mit schwarzem Hautkrebs mit Daten gesunder
Studienteilnehmer verglichen. Das Ergebnis: diejenigen, die unter dem Hautkrebs
litten, waren deutlich öfter im Solarium gewesen. Sie hatten ein um 75 %
erhöhtes Hautkrebsrisiko.
Bei denen, die 50 Stunden in ihrem Leben im
Solarium verbracht hatten, war das Risiko dreimal so hoch. Wenn Geräte
verwendet werden, die versprechen, schnell zu bräunen, war es sogar 4,5-fach so
hoch.
Die Forscher hatten im Vorfeld alle anderen
Faktoren ausgeschlossen, die das Hautkrebsrisiko erhöhen könnten, zum Beispiel
Sonnenbaden unter natürlicher Sonne.
Zur Körpergröße ist zu sagen...
Wussten Sie, dass die Körpergröße sich ganz
entscheidend auf Ihre Herzgesundheit auswirken kann? Das haben finnische
Wissenschaftler herausgefunden. Sie haben Studienergebnisse aus den letzten 50
Jahren ausgewertet und dabei auf die Zusammenhänge zwischen Körpergröße und
Herzerkrankungen geachtet.
Sie kamen zu dem Ergebnis, dass kleinere
Menschen ein 1,5-mal höheres Risiko für Herzerkrankungen und Tod durch
Herzerkrankungen haben als größere. Die durchschnittliche Körpergröße setzten
sie für kleinere Menschen bei 1,61 m und für größere bei 1,74 m an.
Nun wollen die Wissenschaftler herausfinden,
worin die Ursache dieses Phänomens zu suchen ist.
Verdauungsgase
von Maden: Wertvolle Gesundheitshelfer
Manche medizinischen Forschungen lassen uns
zumindest im ersten Moment schmunzeln - oder vielleicht auch angeekelt
zusammenzucken. In diese Kategorien gehört bestimmt die Meldung, dass
Madenfürze in Zukunft helfen werden, dass Wunden besser heilen.
Klingt merkwürdig? Beruht aber auf einer sehr
alten Therapieform. Schon die Mayas haben die Madentherapie angewandt, bei der
die Tiere krankes Gewebe wegfressen. Im ersten Weltkrieg entdeckte ein
englischer Arzt, dass die Wunden der Lazarettpatienten, die mit Maden bedeckt
waren, sauber waren und plötzlich heilten.
Der vorübergehende Todesstoß für die
Madentherapie war die Erfindung des Antibiotikums. Aber aufgrund der vielen
Erreger, die gegen Antibiotika resistent sind, wird die Madentherapie nun
wieder durchgeführt.
Rund 200 Maden werden zur Behandlung auf eine
Wunde gesetzt. Hier scheiden sie ein Sekret aus, das das Gewebe verflüssigt.
Dieses fressen sie dann. Was aber nun die Maden so erfolgreich macht, ist nicht
wirklich erforscht. Zum einen hat das Verdauungssekret der Maden antibiotische
Fähigkeiten - aber auch der Madenfurz. Er ist in der Lage, Bakterien abzutöten,
die die Wundheilung verhindern.